Lass mal Grün machen- Ausgabe 2-2026

KATEGORIE Blütenreiche Gärten und Balkone sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch wichtige Nahrungsquellen für Bienen. Gerade in den Sommermonaten finden viele Honig- und Wildbienen oft zu wenig Nahrung. Wer auf eine abwechslungsreiche und langanhaltende Blüte setzt, schafft nicht nur wertvolle Nahrungsquellen für Bestäuber, sondern bringt gleichzeitig mehr Farbe und Leben in den Außenbereich. Besonders wichtig ist ein durchgehendes Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Herbst. Während im Frühling Obstbäume und Frühblüher reichlich Nahrung bieten, entstehen später häufig längere blütenarme Phasen. Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten helfen dabei, diese Lücken zu schließen und sorgen gleichzeitig für ein dauerhaft farbenfrohes Blütenbild. Entscheidend sind dabei ungefüllte Blüten. Sie enthalten reichlich Pollen und Nektar und sind für Bienen gut erreichbar. Gefüllte Blüten sehen zwar üppig aus, bieten vielen Bestäubern jedoch kaum Nahrung. Ideal für bienenfreundliche Pflanzungen sind Lavendel, Salbei, Katzenminze, Sonnenhut oder Astern. Auch Kräuter wie Oregano, Thymian oder Schnittlauch werden schnell zu echten Bienenmagneten und lassen sich perfekt in Balkonkästen, Hochbeeten oder Kübeln integrieren. 5 EINFACHE TIPPS FÜR MEHR BLÜTEN & MEHR BIENEN • Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten kombinieren • Ungefüllte Blüten bevorzugen • Kräuter blühen lassen statt sofort ernten • Auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten • Eine kleine Wasserstelle für Insekten aufstellen Wer verschiedene Höhen, lockere Gräser und natürliche Pflanzkombinationen miteinander verbindet, schafft zusätzlich einen lebendigen Außenbereich voller Farbe, Bewegung und sommerlicher Atmosphäre. 4 LASS MAL GRÜN MACHEN 2/26 Fotos: Adobe Stock (2), Pexels (1), GreenSolutions (1), Smarterpix (1), Christina Bigus (1), magnific (1) GARTEN ALS OASE FÜR INSEKTEN Nicht nur Bienen profitieren von einem blütenreichen Garten. Auch Schmetterlinge, Käfer und viele andere Insekten werden von abwechslungsreichen Gartenbereichen angezogen. Besonders wertvoll ist die Kombination von blühenden Pflanzen, wilden Strukturen und einer möglichst naturnahen Gestaltung. Während lang blühende Stauden und Sommerblumen Nahrung liefern, dienen trockene Stängel, kleine Holzstapel oder wilde Gartenecken vielen Insekten als Unterschlupf und Überwinterungsort. Gerade etwas weniger „perfekte“ Bereiche machen dabei oft den Unterschied. Nicht jede Ecke muss ständig aufgeräumt oder vollständig zurückgeschnitten werden. Verblühte Stauden, liegengelassenes Laub oder kleine Naturbereiche bringen Leben in den Garten und schaffen wertvolle Rückzugsorte. Besonders heimische Blühpflanzen locken viele Insekten an und bringen zusätzlich mehr Vielfalt in den Garten. Ergänzt durch Kräuter, Gräser und lockere Pflanzungen entsteht ein lebendiges Gesamtbild mit natürlicher Wirkung. SO WIRD DER GARTEN ZUR INSEKTENOASE • Heimische Pflanzen integrieren • Wilde Ecken bewusst zulassen • Verblühte Stauden über den Winter stehen lassen • Kleine Holz- oder Steinhaufen schaffen • Wasserstellen mit Landehilfe anlegen Ein weiterer Vorteil: Naturnahe Gärten wirken oft lebendiger und entspannter. Statt streng geplanter Flächen entsteht ein abwechslungsreiches Gesamtbild mit Bewegung, Farben und vielen kleinen Naturmomenten. BLÜHEN OHNE LIMIT: DAUERBLÜHER FÜR BEET & TOPF Wer möglichst lange Freude an einer üppigen Blütenpracht haben möchte, setzt auf Dauerblüher. Viele einjährige Sommerblumen blühen vom Frühjahr bis weit in den Herbst hinein und sorgen monatelang für lebendige Farbakzente auf Balkon, Terrasse oder im Beet. Wie der Name schon vermuten lässt, zeichnen sich Dauerblüher durch ihre besonders lange Blütezeit aus. Damit die Pflanzen den ganzen Sommer über immer neue Blüten bilden, sollten verwelkte Blüten regelmäßig entfernt werden. So stecken sie ihre Energie nicht in die Samenbildung, sondern in neue Blüten. Regelmäßiges Gießen, gelegentliches Düngen und ein sonniger Standort unterstützen die langanhaltende Blüte zusätzlich. Dauerblüher für Topf & Balkonkasten • Zauberglöckchen • Kapkörbchen • Wandelröschen • Elfenspiegel • Husarenknopf Für besonders harmonische Pflanzungen empfiehlt es sich, hohe und niedrige Pflanzen miteinander zu kombinieren. Gräser lockern das Gesamtbild zusätzlich auf und bringen Bewegung in Kübel oder Beete. Wussten Sie, dass manche Wildbienen direkt in den Blüten schlafen? Wer morgens genau hinschaut, entdeckt mit etwas Glück eine kleine Biene, die zwischen Blütenblättern übernachtet hat. NICE TO KNOW IM GARTEN IM GARTEN MEHR BLÜTEN mehr Bienen, mehr Wow! 5 Die asiatische Hornisse Neuer Jäger im Garten Die Asiatische Hornisse breitet sich seit einigen Jahren auch in Deutschland aus und wird mittlerweile in vielen Regionen beobachtet. Ursprünglich stammt sie aus Südostasien und wurde vermutlich unbeabsichtigt nach Europa eingeschleppt. So erkennen Sie die Asiatische Hornisse • Dunkler Körper mit schmalen gelben Streifen • Auffällig gelbe Beinenden • Meist etwas kleiner als die Europäische Hornisse • Baut häufig große Nester in Bäumen Als Insektenjägerin ernährt sie ihren Nachwuchs mit verschiedenen Insekten – auch Honig- und Wildbienen gehören zu ihrem Beutespektrum. Die Asiatische Hornisse unterscheidet sich nicht nur optisch von ihren heimischen Verwandten, sondern auch in der Größe ihrer Völker. Sie bildet oft deutlich größere Staaten als ihre europäische Verwandte. Dadurch steigt auch der Nahrungsbedarf eines einzelnen Nestes erheblich. Entsprechend intensiv kann die Jagd in der Umgebung ausfallen, insbesondere in der Nähe von Bienenstöcken oder blütenreichen Gärten. Fachleute beobachten deshalb aufmerksam, welche Auswirkungen die weitere Ausbreitung auf heimische Insektenbestände haben könnte. Für den Menschen ist die Asiatische Hornisse dagegen kein Grund zur Sorge. Ihr Verhalten unterscheidet sich in dieser Hinsicht kaum von dem unserer heimischen Hornissenarten: Sie ist nicht angriffslustig und zeigt nur dann Abwehrverhalten, wenn sie sich unmittelbar bedroht fühlt oder ihr Nest gestört wird. Wer ausreichend Abstand hält und keine hektischen Bewegungen macht, kann die Tiere meist in Ruhe beobachten. Auch Stiche sind selten und entsprechen in ihrer Wirkung denen anderer Wespen- oder Hornissenarten. Unabhängig davon wird die Asiatische Hornisse als invasive Art aufmerksam beobachtet, da sie das bestehende ökologische Gleichgewicht beeinflussen kann. Besonders Wildbienen, die ohnehin durch Lebensraumverlust und Nahrungsmangel unter Druck stehen, könnten zusätzlich belastet werden. Was tun bei einer Sichtung? • Beobachtung möglichst fotografieren • Fund über die zuständige Meldestelle des Bundeslandes melden • Nester niemals selbst entfernen • Bei Unsicherheit Experten zur Bestimmung hinzuziehen Das bedeutet jedoch nicht, dass sofortiger Handlungsbedarf im eigenen Garten besteht. Vielmehr geht es um einen bewussten Umgang mit Beobachtungen. Gemeldete Sichtungen helfen Fachleuten, die Ausbreitung der Art besser zu dokumentieren und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Ein naturnah gestalteter Garten bleibt weiterhin der beste Beitrag zum Schutz heimischer Insekten. Blütenvielfalt, Nisthilfen und der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel stärken die Populationen von Wild- und Honigbienen und helfen, das ökologische Gleichgewicht zu stabilisieren. ASIATISCHE HORNISSE EUROPÄISCHE HORNISSE

RkJQdWJsaXNoZXIy MTk4OTQ5